Espresso oder Filterkaffee – was haut dich mehr aus den Socken? Die naheliegende Antwort ist meistens falsch, denn hier spielt nicht die Konzentration die Hauptrolle, sondern die Tassengröße.
Wie viel Koffein hat eine Tasse Kaffee?
Kurz gesagt: Eine durchschnittliche Tasse Kaffee enthält ca. 95 mg Koffein – unabhängig davon, ob es sich um 30 ml Espresso oder 250 ml Filterkaffee handelt.
Klingt erstmal unlogisch, ist aber leicht erklärt: Pro Milliliter steckt im Espresso deutlich mehr Koffein als im Filterkaffee – schließlich wird er mit sehr wenig Wasser und hohem Druck extrahiert. Rechnet man die Menge aber auf die gesamte Tasse hoch, gleicht sich das fast vollständig aus. Der große Unterschied liegt also nicht im Koffeingehalt, sondern im Trinkerlebnis: einen Espresso trinkst du in einem Schluck, einen Filterkaffee über mehrere Minuten verteilt.
Koffeingehalt im Vergleich: Alle gängigen Getränke auf einen Blick
Damit du die 95 mg besser einordnen kannst, hier eine Übersicht über typische Koffeinwerte gängiger Kaffeegetränke und Alternativen. Die Werte sind Richtwerte und können je nach Bohne, Röstung und Zubereitung schwanken:
- Espresso (ca. 30 ml): 60–80 mg
- Filterkaffee (ca. 200 ml): 90–140 mg
- Cappuccino / Latte Macchiato (auf Espresso-Basis): 60–80 mg
- Cold Brew (ca. 200 ml): 100–170 mg – durch die lange Ziehzeit oft koffeinreicher als klassischer Filterkaffee
- Schwarzer Tee (ca. 200 ml): 30–50 mg
- Grüner Tee (ca. 200 ml): 20–35 mg
- Energydrink (ca. 250 ml): 75–80 mg
- Cola (ca. 330 ml): 30–40 mg
Auffällig: Cold Brew wird oft als „mild" wahrgenommen, weil er weniger sauer und bitter schmeckt – koffeinmäßig gehört er aber häufig zu den stärkeren Kaffeegetränken, weil die lange Kontaktzeit mit dem Wasser mehr Koffein aus dem Kaffeemehl löst.
Warum schwankt der Wert trotzdem von Tasse zu Tasse?
95 mg ist ein Richtwert, kein Fixpreis. Der tatsächliche Koffeingehalt hängt von mehreren Faktoren ab:
- Bohnensorte: Robusta enthält mit rund 2,2 % Koffeingehalt etwa doppelt so viel wie Arabica mit ca. 1,2 % – wer koffeinärmer trinken möchte, greift eher zu reinen Arabica-Mischungen
- Röstgrad: Der Koffeingehalt bleibt beim Rösten fast konstant – dunklere Röstungen wirken nur intensiver im Geschmack, nicht koffeinhaltiger. Tatsächlich verlieren sehr dunkel geröstete Bohnen durch den längeren Röstprozess sogar minimal an Koffein, da sie dabei etwas an Masse verlieren
- Brühmethode: Längere Kontaktzeit mit dem Wasser extrahiert mehr Koffein – French Press und Cold Brew liegen hier tendenziell vorn
- Mahlgrad und Dosierung: Feiner gemahlen und höher dosiert bedeutet mehr Koffein in der Tasse
- Wassertemperatur: Heißeres Wasser löst Koffein schneller und vollständiger aus dem Kaffeemehl als lauwarmes
Wer also bewusst mehr oder weniger Koffein trinken möchte, sollte eher an diesen Stellschrauben drehen als an der Frage „Espresso oder Filter".
Ein Mythos nebenbei: Macht dunkler Röstkaffee wirklich „stärker" wach?
Ein weit verbreiteter Irrtum ist, dass dunkel gerösteter Kaffee automatisch mehr Koffein enthält, weil er intensiver schmeckt und bitterer ist. Geschmack und Koffeingehalt hängen aber kaum zusammen. Die Bitterkeit stammt vor allem von den Röstaromen, nicht vom Koffein. Wer wach werden möchte, sollte also nicht auf die dunkelste Röstung im Regal setzen, sondern eher auf die Menge und die Zubereitungsart achten.
Was das für deinen Kaffeegenuss bedeutet
Am Ende zählt weniger die reine Zahl auf dem Papier als das Gesamterlebnis: Aroma, Röstgrad und die Qualität der Bohne entscheiden darüber, ob dir dein Kaffee schmeckt – und wie lange er wach hält, bestimmt sowieso jeder Körper ein bisschen anders. Bei Martermühle findest du sowohl kräftige Espresso-Mischungen als auch mildere Filterröstungen, je nachdem, worauf du gerade Lust hast.


